Zwei sich Umarmende mit Kreis, türkis auf sandgelbem Hintergrund

Mahi BINEBINE

O.T. . Mischtechnik/Materialcollage 169x169x14cm
MASQUE No18 . Mischtechnik auf Platte . 123x87cm
o.T. Ciclée auf Bütten 110x80cm
o.T. Ciclée auf Bütten . Bild:70x70cm . Blatt:80x80cm
o.T. Ciclée auf Bütten . Bild:79x79cm . Blatt:89x100cm
O.T. . Mischtechnik/Materialcollage . 245x125x14cm
O.T. . Mischtechnik auf Platte . Bild:160x140cm . Rahmen:169x149cm
O.T. . Mischtechnik auf Platte . 161x161cm
o.T. Ciclée auf Bütten 80x110cm
o.T. Ciclée auf Bütten Bild:64x65cm Blatt:80x80cm
o.T. Ciclée auf Bütten 100x70cm
O.T. . Mischtechnik/Materialcollage . 170x170x14cm
MASQUE No10 . Mischtechnik auf Platte . 124x87cm
O.T. . Ciclée . Bild: 90x65cm . Blatt:100x75cm
O.T. . Ciclée . Bild: 70x70cm . Blatt:80x80cm
O.T. . Ciclée . Bild: 64x90cm . Blatt:74x100cm

Mahi BINEBINE

Mahi BINEBINE . Portraitfoto

VITA

Marokkanischer Maler, Biildhauer und Romancier

1959   geboren im Marrakesch - Studium der Mathematik

1980   Fortsetzung des Mathematikstudiums in Paris an der Université Pierre-et-Marie-Curie, zeitgleich intensive Auseinandersetzung mit Malerei und Literatur

1985-1993   tätig als Mathematiklehrer in Frankreich

1992   sein Roman "Le Sommeil de l'esclave" erschien in Paris, weitere folgen

1994   Umzug nach in New York City

1999   Rückkehr nach Paris

seit 2002     wieder in Marrakech, nachdem Jean Marie le Pen es in die zweite Runde der Präsidentschaftswahlen geschafft hatte

2001-2004   Zusammenarbeit mit dem spanischen Maler Miguel Galanda (Madrid)

2009   Teilnahme an der Biennale in Venedig

2010   ausgezeichnet mit dem "Prix du Roman arabe" für "Les Étoils de Sidi Moumen"

2014   Teilnahme an der Dak'Art Biennale in Dakar (Senegal)

2015   Aufnahme in die remmomierte und hoch dotierte Shortlist des "International DUBLIN Literary Award" für den Roman "Les Étoils des Sidi Moumen"

Mahi Binebines Arbeiten werden weltweit ausgestellt, u. a. im Museum of Contemporary Art (Washington), Musée de Marakech (Marokko), Ministry of Culture Abu Dhabi (Emirate), Institut du Monde Arabe (Paris) Mairie du IX (Paris), Paris Art Fair, Marracech Art Fair sowie in zahlreichen Galerien im arabischen Raum, in Frankreich, Spanien, in den USA, England und Deutschland.

Er ist mit seinen Arbeiten in privaten wie öffentlichen Sammlungen vertreten – darunter u.a. im Guggenheim Museum in New York, Marracech Museum (Marokko), Kinda Foundation (Saudi Arabien), Foundation Kamal Lazaar (Tunesien), Musée de Banque Al Maghrib Rabat (Marokko), Deutsche Bank (Deutschland).

Er veröffentlichte mehrere Romane, die auch in deutscher Übersetzung erschienen. Er zählt aktuell zu den bekanntesten Autoren Marokkos.

Mahi Binebine hat keine akademische künstlerische Ausbildung genossen. In einem lebhaften experimentellen Prozess, der von Farben von hoher Leuchtkraft, Materialien wie Wachs, Nägeln, Drähten und der Arbeit mit dem Schweißbrenner geprägt war, fand er in den 1990er Jahren in New York zu seiner individuellen Ausdrucksform. Malerei und Plastik gehen fließend ineinander über. Seine Kunst ist weder einer marokkanischen noch einer internationalen Bewegung zuzuordnen. Sie ist Ausdruck seines Empfindens und steht im Zusammenhang mit seiner Literatur.

 

Links:
https://de.wikipedia.org/wiki/Mahi_Binebine

https://latribunedemarrakech.com/mahi-binebine-au-nom-de-lart-de-lhumain-et-du-fin-esprit/

https://www.mahibinebine.com/

https://www.youtube.com/watch?v=DBuFwqNH33o

https://www.youtube.com/watch?v=28k5DBCUBdc

https://dafbeirut.org/en/mahi-binebine

https://www.amnesty.de/journal/2017/juni/kunst-kann-leben-retten

Binebine, ein einzigartiger Typ

Mahi Binebine gehört zu einer seltenen Kategorie von Malern und Romanautoren. Seit Victor Hugo gibt es nicht mehr viele von ihnen. Viele Künstler haben geschrieben: Kandinsky, Barnett Newman, Mark Rothko oder Jean Dubuffet, aber die meisten von ihnen schreiben über ihre Werke. Die Kunstwelt ist ihr Schicksal, ihr Kreuzzug, für Rothko sogar ihr Suizid.

Binebine hingegen schwingt den Schweißbrenner, bearbeitet Wachs, gräbt Muster in die Materie, schlägt Nägel ein, bindet und mischt Silhouetten, streut magische Pigmente und kehrt am Ende eines Arbeitstages nach Marrakesch zurück, nimmt ein Wörterbuch und schreibt.

Es ist nicht die Leistung, die interessant ist, sondern die Einzigartigkeit. Dieser Mann ist eine Art marokkanischer Faulkner in Teilzeit! Wenn man ihm zum ersten Mal begegnet, oder auch dreihundert Mal hintereinander, lacht er.

In der Welt der Kultur ist das quasi Sünde. Und dann liest man Les Étoiles de Sidi Moumen und merkt, dass der Lacher die Tragödie wie kein anderer destilliert. Sein neuester Roman ist eine der besten Schriften über den heutigen Terrorismus. Diese doppelte Welt könnte ein Misserfolg sein, doch Binebine hat sich im Laufe der Jahre sowohl im Guggenheim in New York als auch bei den besten französischen und marokkanischen Verlegern etabliert. Das ist eine Seltenheit.

Einzigartig ist auch sein familiärer Hintergrund. Sein Vater war ein enger Vertrauter von Hassan II. Einer seiner Brüder, ein abtrünniger Offizier, saß jahrelang im Gefängnis. Der Jüngste ist Milliardär und jetted das ganze Jahr über durch alle Zeitzonen. Mahi war in zunächst Mathematiklehrer. Alles verstehen! Wenn er zu Ruhm gelangt, wird sein Biograf sich freuen! Der Weg zur Anerkennung führt natürlich über seinen Erfolg in Marokko. Ich will Ihnen jetzt keinen hochtrabenden Vortrag über zeitgenössische Kunst halten, sondern nur ein paar einfache Dinge über die heutige Kunst sagen.

Es ist banal zu schreiben, dass die Kunst von Paris nach New York gezogen ist, um dort bis zu Andy Warhol, Bruce Nauman und Jean-Michel Basquiat zu glitzern. In den letzten zwanzig Jahren gab es in der bildenden Kunst kein globales Zentrum mehr. New York ist immer noch das Herz des Marktes, aber nicht mehr das Herz der Schaffenskraft. Damien Hirst ist Engländer, Ugo Rondinone Schweizer, Murakani Japaner, Yan Pei Ming Chinese... Ganz zu schweigen von den Stars der deutschen Malerei wie Baselitz oder Polke.

In letzter Zeit hat sich die Streuung in atemberaubender Weise beschleunigt, man entdeckt wichtige Künstler*innen in Indien, der Türkei, Finnland und natürlich ... in Marokko. Hinzu kommt eine langsame Erosion der Avantgarden und Schulen. Heute ist alles möglich: Malerei, Installationen, Porträts, Konzeptkunst, Abstraktion. Keine ideologische Herrschaft mehr, keine ästhetische Herrschaft, keine geografische Herrschaft. Man kann in einem Atelier etwa 20 km von Marrakesch entfernt arbeiten und hoffen, ein Publikum zu finden (was bei Mahi Binebine schon lange der Fall ist), während man gleichzeitig versucht, die Welt zu erobern. Es gibt kein Zentrum mehr, die Peripherie hat das Recht auf ihren Anteil an der Kunstgeschichte. Und Mahi ist ein Teil davon, denn er hat ein unglaubliches Talent, Werke zu schaffen, mit denen sich keine anderen messen können.

…Binebines Pigmente und Farben haben keine Entsprechung. Nehmen wir als Beispiel sein Blau. Nach Jahrhunderten der Malerei ist es auf wunderbare Weise anders als das von Poussin, Matisse oder Yves Klein. Gibt es aktuell etwas Vergleichbares wie seine Figuren, die tief, aber fein in dickem Wachs gezeichnet sind? Die Antwort ist ein klares Nein! Er schafft es, dramatische und fast mundtot gemachte Figuren sinnlich erfahrbar zu machen. Nägel durchbohren mit Draht überzogene Gemälde, aber das sieht weder wie die italienische Arte Povera noch wie die bleiernen Äste von Anselm Kiefer aus. Mahi Binebine hat die unglaubliche Gabe, Farbe, Poesie und Drama in einem einzigen Bild zu vereinen.

Aber dieser Junge (den ich innig liebe) ist sich der unglaublichen Schwierigkeit seiner Ambition vollkommen bewusst. Ein bedeutender Maler zu werden, ist heute wahrscheinlich die schwierigste Aufgabe. Man kann Bücher schreiben, die schon geschrieben wurden, man kann Musik machen, die man schon gehört hat, aber die Welt wird einem Bilder an den Kopf werfen, die wie Picasso, Magritte, Miro oder Francis Bacon aussehen. Man muss also früh aufstehen. Sehr früh, schon im Morgengrauen ist Mahi Binebine in seinem Atelier. Man muss den ganzen Tag arbeiten, und Mahi Binebine arbeitet den ganzen Tag. Man muss sowohl ein Intellektueller als auch ein Künstler sein. Und er ist ein Intellektueller und ein Künstler. Man muss die Gabe haben, mit Stahl, Schrott und Farben umzugehen. Man muss sich die Hände schmutzig machen. Zerstören, was nicht stimmt. Den Geschmack der Einsamkeit haben, selbst wenn man ein Lacher ist. Talent ist eine Obsession.

Guillaume Durand, Journalist, Juli 2011
in: Mahi Binebine, Èditions Philippe Rey, Paris, 2013

 

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